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Ein Fahradfahrer fragt sich hier schon wo wahren eigendlich die Loecher in der Strasse
  bevor er hier durchfaehrt
nachts faengt es an, und ich kann nicht schlafen, denn direkt ueber mir ist das dach, es plattert, ein gecko schreit, und ich habe angst, zu verschlafen. ob der regen wohl aufgehoert hat, wenn ich los fahre? platterregen platzregen soviel wasser wo das wohl alles herkommt. mit voller wucht stundenlang. wir denken in deutschland wuerde es richtig regnen pustekuchen.

dann fahre ich los, es ist halb sieben, ich weiss den weg noch nicht genau, und nach einer minute sind meine kleider durchnaesst. dumm, dass ich keine plastiktuete fuer die trockenen sachen dabei hab, aber jetzt ist es auch egal, jetzt kann ich ungehemmt durch pfuetzen patschen und irgendwie macht das auch spass. zumal der ganze rote weg durch den palmenwald nur noch eine pfuetze ist. ich dachte, der monsoun waere seit mitte oktober vorbei.
Vor 10 Minuten noch ein Weg.
in dem garten zirpen und fietschen und kreischen hunderte voegel. es plattert. auf einem flachen haus mit einer terrasse drumrum ist eine offene halle mit einem dach drueber, eine leiter fuehrt schraeg hinauf. wir sind zehn oder zwoelf, leute aus australien und frankreich, indien und deutschland, der lehrer ist, wie die mehrzahl der immigrierten aurovillaner, franzose. jeder bekommt eine matte und ein meditationskissen, das ist der erste teil des vormittags. die referenzpunkte visualisieren, kraftlinien visualisieren, einen ironball in der koerpermitte. im laufe der woche werden wir noch mehr lernen, atemtechniken und das aufbauen und lenken von chi. vor allem hoere ich dem regen zu, das ist am besten.

danach machen wir die bewegungen, die ersten movings, das ist gut denn nach dem halben vormittag tut mir schon der ruecken weh. meditation ist arbeit. es geht schnell, wir lernen schnell und gruendlich. dabei regnet es die ganze zeit weiter, manchmal faehrt ein wind unter das dach aus rotem holz, warmer wind, die temperatur ist nicht abgesunken durch den regen. das gruen im garten ist jetzt noch gruener, die baeume regnen und rauschen mit. spaeter sagt jemand, das ist gar kein monsoon, das ist ein zyklon vom suedlichen meer, der am wochenende weiter nach thailand ziehen wird. so nah ist thailand, dass sie dort die gleiche wetterlage haben!


jetzt ist nacht, es regnet mal nicht, zeit fuer einen spaziergang. kuehe schlafen auf der strasse, die dampft, kuehe und ziegen. wenn ein motorrad vorbeifaehrt, zucken sie mal mit den ohren, sie wissen schon, was wir erst lernen mussten: wenn sie hupen, heisst das auch, alles klar ich hab dich gesehen.

mitten im dorf ist eine wiese, hinter dem gemuesestand, von dort kommen geraeusche, laut wie eine riesenmaschine. das sind die froesche. es muessen tausende sein, so laut sind sie, und trotzsem hoert man einzelne stimmen raus. quak quak. was das wohl auf tamilisch heisst? "kotto" heisst jedenfalls die hundesprache, also "wau" auf deutsch. hier machen die froesche bestimmt nicht offziell "quak", sondern irgenwas ganz bariton-brachiales.

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