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Unerwartete Begruessung in Indien

Nachdem wir uns von der Reise bis fuenf Uhr Nachmittags ausgeschlafen hatten, beschlossen wir noch das Zentrum Aurovilles zu besichtigen. Der Weg wurde aber immer laenger und es daemmerte bereits. Dort drueben war was los und wir naeherten uns vorsichtig einem Haus, ein einem flackert beleuchteten Garten Leute ein und aus gingen, irgend etwas wurde gekocht und man hoerte Musik.
Als wir nach dem Weg fragen wollten, zog uns eine alte Frau direkt von der Strasse in diese Feierlichkeit. Zielstrebig wurden wir auf einen dicht mit Menschen gefuellten kleinen Hinterhof geleitet. Etwas benommen von den Eindruch der vielen herausgeputzten Frauen und Maenner wurden wir auf ein zum Gucken guenstigen und bequemen Platz geschoben. Drei Oellampen beleuchten den Hinterhof auf dem sich bestimmt hundert Leute hin und her schiebend einen Kreis bilden. Immer wieder beteuernd, dass es uns gut ginge, durften wir dann in der ersten Reihe auf dem Boden sitzen bleiben.
Wir sind in eine andere Kultur geraten, sie riecht anderst, die Stimmen um uns herum rollen eine mir noch nicht in den Ohren gelegende Sprache - bis auf ca drei Handys und einer Digicam erinnert mich auch wenig an die Welt in der ich gestern noch selbstverstaendlich umhergelaufen bin.

Zwei mit Blumen geschmueckte Maenner sitzen sich im Schneidersitz gegenueber und uebereichen sich gegenseitig Geschenke. Die Worte die sie dazu sagten wurde ihnen von einem daneben Sitzenden aelteren Mann vorgesagt und dann etwas unsicher nachgesprochen. Davor sitzen zwei weitere Maenner die in kleine Geschenkkoerbchen fuellten. Diese wurden dann wieder ausgeleert, anderst gefuellt - sichtbar eine gut abzuwegende Sache.
Hinter der Szenerie sitzt ein noch reichhaltig mit Blumen geschmueckter Mann auf einem Stuhl.

Nun erklaert uns ein neben uns sitzender Herr, der etwas Englisch spricht, dass es sich um einen Besuch der einen Familie eines Verlobten Paares bei der anderen handelt, an dem aber auch alle Nachbarn teilhaben. Nun taucht auch eine reich geschmueckte Frau aus dem Trubel aus. Sie ist wohl die Braut. Sie wird nach ein bischen Trubel neben dem Braetigam gesetzt, der sie sowenig zu bemerken scheint, wie sie ihn. Sie spiegeln die sonst sehr ausgelassene Stimmung in keinster weise wieder. Sie sitzen dort wie passiv nebeneinander.

Nachdem entweder die von den zwei Maennern vorbereiteten Koerbe an ausgewaehlte Anwesende verteilt. Die anderen, wie auch wir, bekommen Bananen und Bonbons angeboten. Nun gesellt sich eine junge Frau zu uns mit der wie uns dann ganz gut unterhalten konnten, und scheinbar die Betreung fuer uns uebernommen hat. Sie versichert uns dass wir hierbleiben sollten und das auch viele aus der Nachbarschaft da sind die nicht zur Familie gehoeren.
Vathiya ist die Kosine der Braut und extra dafuer angereist. Sie will gerne Studieren ist aber mit ihrer Schule noch nicht ganz fertig. Die Braut und ein Teil der Leute auf dem Hof verschwinden jetzt fluchtartig in einem viel zu kleinen Haus und der Rest der Geselschaft verlaest den Hof. Die alte Dame vom Anfang macht jetzt deutlich das wir nun etwas essen muessten. Der Versuch nun zu gehen um nicht zu stoeren wird abgelegt.

Vor dem Essen wird Friederike von Vathiya zum Bathroom geleitet was sich lustigerweise wirklich als reines Badezimmer herausstellt. Sie muss dann ihr Geschaeft wie alle anderen hinterm Haus erledigen. Waehrendessen erwehre ich mich moeglichst elegant mehreren Entfuehrungs versuchen. Die Ausrede das ich auf meine Frau warte wird glaube aus rein sprachlichen Gruenden nur wiederwillig akzeptiert.

Wieder vereint wurden wir auf die Dachterasse des Hauses begleitet, wo die Besucher Gruppenweise in mehreren Reihend sitzend bewirtet wurden. Jeder bekommt auf einem Bahnanenblatt Reis, Brot, Gemuese und verschiedene Sossen serviert. So hatte ich mir mein erstes Essen in Indien nicht vorgestellt. Sehr lecker und in der Gesellschaft einer scheinbar grossen Familie.

Jetzt wurden wir mit netten Worten entlassen. Ein Heimgang im Dunkeln wird uns untersagt und eine Mitfahrgelegenheit organisiert. Viel erlebt fuer den ersten nur vier Stunden dauerden Tag.
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